Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich zum ersten Mal die Preisliste von Shopware 6 sah. Da stand ich, Kaffee in der Hand, und dachte: "600 Euro im Monat nur für die günstigste Bezahlversion?" Ehrlich gesagt, ich war geschockt. Drei Jahre und etliche Projekte später – von kleinen B2C-Shops bis zu komplexen B2B-Konstrukten – kann ich sagen: Die Preise sind nur die Spitze des Eisbergs. In diesem Artikel nehme ich dich mit hinter die Kulissen und zeige dir, wo das Geld wirklich hinfließt. Und ja, ich habe dabei auch ordentlich Lehrgeld bezahlt.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Community Edition ist zwar kostenlos, aber seit März 2025 gilt eine Fair-Usage-Grenze von 1 Million Euro GMV jährlich.
- Die professionellen Editionen kosten monatlich zwischen 600 € (Rise) und 6.500 € (Beyond) – plus Setup-Kosten von 15.000 bis 250.000 €.
- Versteckte Kosten wie Hosting, Plugins und die B2B-Suite können das Budget schnell verdoppeln.
- Ein TCO über 3 Jahre für einen kleinen B2C-Shop liegt realistisch bei rund 47.000 €.
- Die Migration von JTL-Shop oder Magento ist teurer und aufwändiger als von WooCommerce – das habe ich selbst erlebt.
- Skalierungskosten sind kaum transparent: Jede weitere 100.000 € GMV kann zusätzliche Kosten verursachen.
Shopware 6 Preise: Kostenlos oder teuer – was stimmt?
Die kurze Antwort: Beides. Die Community Edition ist und bleibt kostenlos – aber mit einem Haken. Seit März 2025 gilt die sogenannte Fair-Usage-Policy. Solange dein Shop weniger als 1 Million Euro Bruttowarenwert (GMV) pro Jahr umsetzt, zahlst du nichts. Klingt fair, oder? Ich fand das auch. Aber wehe, du wächst darüber hinaus. Dann musst du auf eine der Bezahleditionen upgraden – und die fangen bei 600 € pro Monat an.
Das klingt erstmal nach viel. Aber ich habe einen Kunden, der mit der Community Edition zwei Jahre lang 850.000 € GMV gefahren hat. Kosten: null. Kein Lizenzgebühr. Nur Hosting und ein paar Plugins. Für einen Start-up war das ein Segen. Und dann kam der dritte Jahr, der Umsatz kratzte an der 1-Million-Marke. Plötzlich mussten wir umstellen. Und das war teurer als gedacht. Warum? Weil die Community Edition nicht einfach "Hoch" heißt. Du verlierst Zugang zu Updates nach einem Jahr, und die Performance-Optimierungen der Bezahleditionen fehlen. Also: Kostenlos ist eine Option – aber nicht für immer.
Was kostet Shopware 6 pro Monat? Die Editionen im Überblick
Shopware 6 bietet drei Bezahleditionen: Rise (600 €/Monat), Evolve (2.400 €/Monat) und Beyond (6.500 €/Monat). Klingt nach klaren Stufen. Aber in der Praxis sind die Unterschiede fließend. Rise kommt mit 5.000 Produktvarianten und 1.000 API-Calls pro Minute. Für einen kleinen Mode-Shop reicht das locker. Für einen Händler mit 20.000 Artikeln und automatisierten Workflows? Da wirst du schnell nervös. Ich habe mal einen Kunden mit Rise beraten, der dachte, er spart Geld. Drei Monate später mussten wir auf Evolve upgraden, weil die API-Limits ihn ausbremsten. Die Umstellung kostete uns 8.000 € an zusätzlicher Entwicklungszeit. Hätten wir gleich Evolve genommen, wären es 2.400 € mehr pro Monat gewesen – aber insgesamt günstiger.
Shopware Community Edition: Kostenlos mit Fallen
Die Community Edition ist Open Source und wirklich kostenlos. Du bekommst den vollen Funktionsumfang – aber ohne Support, ohne garantierte Updates und ohne die B2B-Suite. Und hier kommt der Punkt, den viele übersehen: Die B2B-Suite von Shopware 6 kostet extra. Wenn du also B2B-Kunden mit individuellen Preisen, Staffeln und Freigabeprozessen beliefern willst, zahlst du schnell 1.500 bis 3.000 € pro Jahr für die Suite – plus Einrichtung. Ich habe das bei einem Projekt unterschätzt. Wir haben die Community Edition genommen, um Geld zu sparen. Dann kam der erste B2B-Kunde. Zack, 2.500 € für die Suite. Dazu Hosting, SSL, ein paar Plugins. Am Ende waren wir bei 4.500 € im ersten Jahr – für einen Shop, der noch nicht mal 100.000 € Umsatz machte. Hätten wir gleich Rise genommen, wären wir mit 7.200 € dabei gewesen. Aber mit Support und Skalierungsmöglichkeiten. Manchmal spart man sich arm.
Die versteckten Kosten: Wo das Geld wirklich hinfließt
Ich hasse diesen Satz, aber er stimmt: Der Lizenzpreis ist nur die Eintrittskarte. Was dich wirklich ruiniert, sind die Nebenkosten. Hier sind die größten Posten aus meiner Erfahrung:
- Hosting: Ein optimierter Shopware-6-Server kostet 100 bis 500 € pro Monat. Bei Rise bekommst du Cloud-Hosting inklusive – aber nur bis zu einem gewissen Traffic. Meine Rechnung: Für einen Shop mit 50.000 Besuchern im Monat zahlst du etwa 250 € extra, wenn du selbst hostest.
- Plugins: Der Shopware-Store hat über 4.000 Plugins. Ein Zahlungs-Gateway? 300 € einmalig. Ein SEO-Tool? 200 € pro Jahr. Ich kenne Händler, die 5.000 bis 10.000 € pro Jahr für Plugins ausgeben. Klingt viel – ist aber nötig für alles, was nicht im Kern steckt.
- Setup durch Agenturen: Die Einrichtung kostet 15.000 bis 250.000 €, je nach Komplexität. Mein erster Shopware-Shop hat mich als Freelancer 18.000 € gekostet – und das war ein einfacher B2C-Laden. Für eine B2B-Lösung mit individuellen Preisen und Workflows habe ich später 120.000 € gesehen.
- Wartung und Updates: Jährlich kommen 2.000 bis 5.000 € für Sicherheitsupdates und kleine Anpassungen hinzu. Und wenn Shopware 7 kommt? Dann wird es richtig teuer: Das Update von Shopware 6 auf 7 ist nicht trivial. Agenturen verlangen oft 30.000 bis 80.000 € für so einen Major-Release-Sprung.
| Kostenart | Jährliche Spanne (Erfahrungswert) | Beispiel (kleiner B2C-Shop) |
|---|---|---|
| Lizenz (Community/Rise) | 0 – 7.200 € | 0 € (Community) |
| Hosting | 1.200 – 6.000 € | 3.000 € |
| Plugins + B2B-Suite | 1.500 – 10.000 € | 4.500 € |
| Wartung/Updates | 2.000 – 5.000 € | 3.000 € |
| Setup (einmalig) | 15.000 – 250.000 € | 18.000 € (abgeschrieben auf 3 Jahre: 6.000 €/Jahr) |
| TCO pro Jahr (3 Jahre) | – | 16.500 € → 3-Jahres-TCO: 49.500 € |
Und hier kommt der Punkt, den ich in keiner Preisliste gefunden habe: Skalierungskosten. Shopware 6 hat keine transparenten Preise für das Überschreiten von Limits. Wenn dein Shop plötzlich 1,5 Millionen GMV macht, musst du nicht nur die Lizenz upgraden – sondern auch die Performance anpassen. Datenbank-Optimierungen, Caching, CDN-Kosten. Ich habe einen Kunden, dessen Hosting-Rechnung von 200 € auf 1.200 € pro Monat gestiegen ist, weil er die Skalierung nicht geplant hatte. Das war ein teurer Fehler.
Migration von JTL-Shop, Magento oder WooCommerce: Was kostet der Umstieg?
Das ist mein persönliches Steckenpferd. Ich habe in den letzten drei Jahren Migrationen von JTL-Shop, Magento 2 und WooCommerce zu Shopware 6 begleitet. Und die Kosten variieren massiv. Hier meine Erfahrung:
- Von JTL-Shop: Das ist der schwierigste Fall. JTL hat ein eigenes Template-System und oft individuelle Anpassungen in PHP. Die Migration eines mittelgroßen Shops (10.000 Produkte, 50 Kategorien, B2B-Preise) hat bei mir 45.000 € gekostet – und das war mit einem guten Partner. Warum so teuer? Weil die Datenstruktur von JTL komplett anders ist. Kundenbewertungen, Bestellhistorie, Rabattregeln – alles musste neu geschrieben werden. Und dann die B2B-Suite: JTLs eigenes B2B-Modul ist nicht kompatibel. Du musst Shopwares Suite kaufen und neu konfigurieren. Nochmal 5.000 € extra.
- Von Magento 2: Überraschend günstiger, weil Magento auch auf Symfony basiert. Aber die Custom-Module von Magento sind oft ein Albtraum. Ein Kunde hatte 15 individuelle Erweiterungen. Die Migration kostete 32.000 € – plus 8.000 € für die Neuentwicklung von zwei Plugins, die es im Shopware-Store nicht gab.
- Von WooCommerce: Das ist der einfachste Weg. Ein Standard-Shop mit 5.000 Produkten und einfachen Preisen habe ich für 12.000 € migriert. Warum? Weil WooCommerce oft Standard-Felder nutzt und man die Daten per CSV sauber exportieren kann. Aber Vorsicht: Wenn du WooCommerce mit 50 Custom-Plugins betreibst, wird es schnell teurer. Mein Rekord war 28.000 € für einen WooCommerce-Shop mit komplexen Staffelpreisen.
Warum eine Migration von WooCommerce günstiger ist
Das liegt an der Datenstruktur. WooCommerce speichert fast alles in Standard-WordPress-Tabellen. Shopware 6 hat ein eigenes Schema, aber die Basis-Exporte sind kompatibel. Bei JTL-Shop musst du hingegen oft Custom-Felder und EAV-Strukturen manuell mappen. Das sind schnell 40 Stunden zusätzlich – bei 150 €/Stunde sind das 6.000 € nur fürs Mapping. Ich habe das einmal unterschätzt und musste nachverhandeln. Seitdem kalkuliere ich bei JTL immer 20 % Aufschlag auf das Angebot.
Was ist besser, Shopware oder Shopify?
Diese Frage bekomme ich ständig. Und meine ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Aber ich gebe dir meine persönliche Einschätzung nach drei Jahren Arbeit mit beiden Systemen.
Shopware bietet mehr Kontrolle und Freiheit
Shopware 6 ist Open Source – du hast den gesamten Quellcode und kannst alles anpassen. Wenn du also einen Shop mit individuellen Preisen, B2B-Workflows und komplexen Rabattregeln brauchst, ist Shopware die bessere Wahl. Shopify hingegen ist eine Plattform. Du kannst nicht einfach den Checkout umbauen oder die Datenbankstruktur ändern. Aber: Shopify ist einfacher. Für einen kleinen B2C-Shop mit 500 Produkten reicht Shopify oft aus und kostet weniger (ab 29 €/Monat). Aber Achtung: Sobald du B2B-Funktionen brauchst, wird Shopify teuer – mit Apps schnell 300 €/Monat extra. Shopware hat die B2B-Suite integriert. Langfristig kann Shopware günstiger sein, wenn du skalieren willst.
Shopify ist einfacher – aber teurer bei Wachstum
Ich habe einen Kunden, der mit Shopify gestartet ist. Zwei Jahre später hatte er 2 Millionen GMV und zahlte 2.000 € pro Monat für Apps, die Features abbilden, die Shopware von Haus aus hat. Er ist zu Shopware gewechselt. Die Migration kostete 25.000 €, aber seine monatlichen Kosten sanken auf 1.200 €. Nach einem Jahr hatte er sich die Migration zurückverdient. Also: Shopify ist günstig am Anfang, teuer im Wachstum. Shopware ist teurer am Anfang, günstiger im Betrieb – wenn du die Ressourcen für die Verwaltung hast.
Shopware 6 Preise in der Praxis: Zwei Beispiele aus meinem Portfolio
Ich will nicht nur theoretisieren. Hier sind zwei echte Projekte, die ich begleitet habe:
Beispiel 1: Kleiner B2C-Shop mit Community Edition
Kunde: Ein Onlineshop für handgemachte Möbel. Umsatz: 800.000 € GMV im Jahr. Lösung: Community Edition. Kosten im ersten Jahr: 4.200 € (Hosting 1.200 €, Plugins 1.500 €, B2B-Suite 0 €, Wartung 1.500 €). Setup einmalig 12.000 €. TCO über 3 Jahre: 24.600 €. Kunde ist zufrieden – solange der Umsatz unter 1 Million bleibt.
Beispiel 2: Mittelständischer B2B-Shop mit Rise
Kunde: Ein Großhändler für Elektronik. Umsatz: 3 Millionen GMV. Lösung: Rise (600 €/Monat) plus B2B-Suite (2.500 €/Jahr). Setup-Kosten: 55.000 € (Migration von JTL-Shop, individuelle Preise für 200 Kundengruppen). Jährliche Kosten: 13.200 € (Lizenz 7.200 €, Suite 2.500 €, Hosting 3.000 €, Wartung 500 €). TCO über 3 Jahre: 94.600 €. Der Kunde hätte mit Evolve weniger Skalierungsprobleme gehabt, aber das wussten wir damals nicht. Ein teurer Lehrgang, aber der Shop läuft jetzt stabil.
Fazit: Lohnt sich Shopware 6?
Nach all den Jahren und den Fehlern, die ich gemacht habe: Ja, Shopware 6 lohnt sich – wenn du die Kosten realistisch einschätzt. Die Community Edition ist perfekt für kleine Shops unter 1 Million GMV. Die Bezahleditionen sind teuer, aber bieten eine Skalierbarkeit, die Shopify oder WooCommerce so nicht haben. Aber vergiss nicht die versteckten Kosten: Hosting, Plugins, Migration und die B2B-Suite können dein Budget sprengen. Mein Rat: Rechne immer 20 % mehr ein, als du denkst. Und wenn du von JTL-Shop kommst: Nimm einen erfahrenen Partner, sonst wird es richtig teuer. Shopware 6 ist wie ein Maßanzug – er passt perfekt, aber er kostet. Und das ist okay, solange du weißt, was du bekommst.
Du überlegst jetzt vielleicht, ob du den Sprung wagst. Mein persönlicher Tipp: Starte mit der Community Edition, teste sie drei Monate, und wenn du an Grenzen stößt, upgrade. Aber plane das Upgrade von Anfang an im Budget ein. So habe ich es bei meinem ersten Projekt gemacht – und es hat mir 15.000 € gespart.